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Die Calamités on Tour |
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Einen Monat später konnten die zahlreichen Pariser Fans die Band an einem Samstagabend im Rex Club bejubeln. Eine Woche später dann bei der Rocknacht in der Ecole Centrale
(wegen der großen Nachfrage musste am selben Abend ein zweiter Auftritt organisiert werden). Ihr größter Auftritt jedoch war zweifellos bei einem feministischen Meeting, bei dem ungefähr tausend Zuschauer zugegen waren.
Die Vorfreude auf ein Konzert der Calamités zu gehen, dauerte immer etwas länger. Oft verlängerte sich das Warten sogar noch ein wenig auf der Bühne, weil die Musikerinnen erst ihre Instrumente stimmten. Wenn die Zuschauer zu ungeduldig wurden, kam manchmal Caroline nach vorn und erzählte einen Witz (was zweifelsohne nur recht wenige Rockstars je zustande gebracht haben).
Aber sobald die Mädchen mit ihren Gitarren um die Schultern auf die Bühne kamen, und der Schlagzeuger Michael sich unbeirrbar an sein Schlagzeug setzte, lud sich die Stimmung im Saal elektrisch auf und hielt bis zum Schluss an. Bei jedem Lied röhrten sie mit Riesenspaß in die Mikrophone, tanzten und hüpften während der Instrumentalparts zu dritt über die Bühne.
Die Zuschauer waren von Anfang an gefesselt und zeigten lautstark ihre Begeisterung.
Während der Songs mussten manchmal sogar die Sicherheitskräfte einschreiten. Wenn Odile in den Pausen den nächsten Song ansagte, schrien einige Zuschauer "Malhabile!", weil sie dieses Lied hören wollten (was auch jedes Mal geschah). Manchmal schüttelte Isabelle den Kopf und gab denjenigen die am nächsten waren zu verstehen, dass sie dieses Lied jetzt nicht singen würden. Es gab einige Mädchen die "Micheal" schrien! Einmal rief einer allein aus dem Publikum: "Caroline je t'aime", und sie antwortete sehr hastig und sehr konzentriert: " Ich auch, ich auch", um schnell zu etwas anderem überzugehen.
Ein Song folgte dem anderen, sowohl die von den Schallplatten als auch die nicht aufgenommenen. Jeder sang mit bei dem Lied "The kids are alright" und es hörte sich immer ein wenig falsch an. Waren die Calamités echte Profis oder nicht? Sicherlich nicht wenn Profi gleichbedeutend für Überheblichkeit steht. Die Band hatte jedenfalls alles unter Kontrolle...
Nach ungefähr einer Stunde (sie behielten von Anfang bis Ende einen rasenden Rhythmus bei) befand man sich entweder auf dem Heimweg oder vor einer anderen Band. Die Ohren aber sausten noch und der Kopf war voll mit bewegenden Momenten, die man selbst nach fünfzehn Jahren noch vermisst...